Was ist der Zweck der Schule?

Vor der formalisierten Forschung, den staatlichen Verfassungen oder den gesetzlichen Anforderungen hatten die Philosophen bereits viel über die verschiedenen Zwecke der Bildung und Erziehung nachgedacht.

Philosophen wie Aristoteles, Platon, John Locke, Rousseau, Mo Tzu und Konfuzius schrieben ausführlich über den Zweck und die Rolle von Bildung und Erziehung in ihren jeweiligen Gesellschaften (Noddings, 1995; Reed & Johnson, 1996). Diese frühen Denker teilten viele gemeinsame Vorstellungen darüber, was Schulen tun sollten, aber jeder von ihnen hatte auch seine eigenen, einzigartigen Perspektiven auf die Rolle der Schule in einer bestimmten Kultur und Zivilisation.

In der Neuzeit haben amerikanische Bildungsphilosophen wie John Dewey, George Counts und Mortimer Adler jeweils systematische und detaillierte Argumente für den Zweck der Schulbildung in der amerikanischen Gesellschaft vorgeschlagen. 1938 argumentierte Dewey, dass der Hauptzweck von Bildung und Ausbildung nicht so sehr darin besteht, die Schüler auf ein nützliches Leben vorzubereiten, sondern ihnen beizubringen, wie sie pragmatisch und unmittelbar in ihrer derzeitigen Umgebung leben können. Im Gegensatz dazu kritisierte Counts, ein führender progressiver Erzieher in den 1930er Jahren, Deweys Philosophie: „Die Schwäche der progressiven Erziehung liegt also darin, dass sie keine Theorie der sozialen Wohlfahrt ausgearbeitet hat, es sei denn, sie sei die der Anarchie oder des extremen Individualismus“ (1978, S. 5). Für Counts war der Zweck der Schule weniger die Vorbereitung des Einzelnen auf ein selbständiges Leben, sondern vielmehr die Vorbereitung des Einzelnen auf ein Leben als Mitglied einer Gesellschaft. Mit anderen Worten: Die Rolle der Schulbildung bestand darin, den Einzelnen mit den notwendigen Fähigkeiten auszustatten, um am gesellschaftlichen Leben ihrer Gemeinschaft teilzunehmen und die Art der sozialen Ordnung nach Bedarf oder Wunsch zu verändern.

In den 1980er Jahren legte der bekannte Pädagoge und Philosoph Mortimore Adler den Paideia-Vorschlag (Adler, 1982) vor, der die Ideen von Dewey und Counts sowie seine eigenen integrierte. Konkret schlug Adler vor, dass es drei Ziele der Schulbildung von Kindern gibt:

die Entwicklung der Staatsbürgerschaft,
persönliches Wachstum oder Selbstvervollkommnung und
Berufsvorbereitung.
Der Bildungshistoriker David Tyack hat argumentiert, dass aus historischer Sicht der Zweck der Schulbildung an soziale und wirtschaftliche Bedürfnisse gebunden ist (Tyack, 1988). In jüngerer Zeit haben einige Soziologen argumentiert, dass Schulen in erster Linie dazu da sind, eine praktische Berechtigungsfunktion in der Gesellschaft zu erfüllen (Labaree, 1997). DeMarrais und LeCompte (1995) haben den pragmatischen Zweck der Schule erweitert und vier Hauptziele skizziert, zu denen unter anderem gehören:

intellektuelle Zwecke wie die Entwicklung von mathematischen und Lesefähigkeiten;
politische Zwecke wie die Assimilation von Einwanderern;
wirtschaftliche Zwecke wie Arbeitsvorbereitung und
soziale Zwecke wie die Entwicklung der sozialen und moralischen Verantwortung.
Referenzen

Author: admin